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Der Code des argentinischen Tangos in der Milonga

Der Code des argentinischen Tangos in der Milonga

Der Kodex des argentinischen Tango in Milonga ist ein Satz von Anstandsregeln, der für alle ausnahmslos gilt, um einen angenehmen Milonga für alle Beteiligten zu erreichen und alle Tänzer zu respektieren.

Im Gegensatz einer Einschränkung ermöglicht die Einhaltung dieser Regeln eine kollektive Harmonie jenseits der individuellen Freiheit der Paare, ihr eigenen Tango zu tanzen.

Selbstverständlich kommt noch dieser Regelsatz zu den Regeln der Etikette, Anstand und Höflichkeit des Lebens in der Gesellschaft hinzu.

A. Regeln für den Tanz

Tanzen ist eine Aktivität, in der wir die intime Späre einer anderen Person (vertraut oder unbekannt) betreten. Es versteht sich von selbst, dass eine einwandfreie Körper- und Mundhygiene zwingend ist.

1. Respekt vor der Musik

Der Tanz ruht auf der Musik. So muss man einerseits auf ihr tanzen und nicht gegen sie und anderersits seine Tanzschritte an den Musikstil anpassen.

2. Respekt vor der Gruppe

Der argentinische Tango ist in erster Linie ein wandelndes Tanzen in einem bestimmten Bereich, nämlich die Tanzfläche, auf der die Paare Bewegungen ausführen. Wegen der Nähe der anderen Paaren ist also das Hauptrisiko eine Kollision.
Die Verhaltensregeln bezwecken also zu einem grossen Teil, Kollisionen zu vermeiden und basieren auf einfachen Prinzipien des gesunden Menschenverstandes.

2.1. Die Richtung des Tänzerflusses

Die Tänzer müssen sich entgegen dem Uhrzeigersinn bewegen. Das Rückwärtstanzen ist daher verboten. Ein Schritt zurück ist jedoch möglich vorausgesetzt, dass das folgende Tanzpaar davon nicht gestört wird. Allerdings kann man einen Schritt zurücktreten, wenn man sich auf der Seite befindet (senkrecht zur Tanzlinie), mit der Vorsichtsmassnahme zu überprüfen, dass niemand gestört werden kann.

2.2. Tanzlinien

Es gibt drei Bewegungslinien:

  • Die äussere Linie, die durch die Bewegung, den Gang und die Wille, flüssig vorwärts zu gehen, gekennzeichnet ist. Auf dieser Linie darf man die folgenden Tänzer nicht aufhalten. Demzufolge müssen die Figuren sehr beschränkt sein und auf jeden Fall die Bewegung auf der Linie nicht stören oder verzögern (siehe blaue Linie in der Grafik unten).

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  • Die mittlere Linie, die im Inneren der Tanzfläche ist, ist für einen langsameren Tango reserviert, aber immer mit Rücksicht auf die Bewegung auf der Tanzlinie (siehe grüne Linie in der Grafik unten).

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  • Das Zentrum ist eher für die Tänzer bestimmt, die Figuren üben. Dies bedeutet aber nicht, dass ein oder zwei Paare sich des Zentrums bemächtigen dürfen. Auch hier muss man die anderen Tänzer respektieren (siehe Orange Bereich in der Grafik unten).

So, wenn jeder die Tanzlinie und die Abstände zwischen den Tanzpaaren respektiert, sind Kollisionsrisiken begrenzt.

2.3. Jeder auf seiner Linie

Jeder sollte auf seiner Tanzlinie bleiben. Ein Tanzpaar überholen sollte eine Ausnahme sein und immer auf der mittleren Linie ausgeführt werden. In der Tat sind beim Überholen auf der rechten Seite die Kollisionsrisiken sehr gross, da die Sicht des überholten Tänzers auf seiner rechten Seite sehr gering ist.
Normalerweise sollte man am Ende eines Tanzes vorne, hinten und auf seiner Seite die gleichen Paare als am Anfang haben, weil die Musik für alle gleich ist und die Tanzlinie fest ist.

2.4. Eingang zur Strecke

Betritt man die Tanzfläche während einer Musikstück, bricht man fast zwangsläufig die Tanzlinie der anderen Paare, es sei denn die Tanzfläche genug gross ist und so werden die anderen Tänzer nicht gestört. Daher ist es besser, bis zum Beginn des nächsten Musikstückes zu warten, wenn der Eingang auf der Tanzfläche unter guten Bedingungen nicht möglich ist.

2.5. Anpassung an den Raum

Je nach Tanzfläche und Tänzerdichte muss man seinen Tanz und seine Bewegungen anpassen, um Kollisionen zu vermeiden. Wenn man es nicht tut, entsteht ein Klima der Gefahr bei den anderen Paaren, das besonders übel genommen wird. So sind akrobatische Figure, ganchos und boleos zu vermeiden, da sie nicht sicher für andere Paare ausgrführt werden können.
Es ist bemerkenswert, dass die grossen Weltklasse-Tänzer ihren Tanz je nach Raum und Tänzerdichte anpassen, wenn sie in Milonga sind und nie unsinnige Figure ausführen, wenn die Umstände es nicht erlauben.
Eine Tanzfläche ist physikalisch definiert und geteilt. Deshalb muss sich jeder in einer verhältnismässigen Oberfläche bewegen.

B. Respekt für den Partner

1. Tanz-Komfort

Ein erfahrener Tänzer soll seine Schritte und Bewegungen anpassen, wenn er mit einer Anfängerin tanzt. Die erfahrenen Tänzerinen, die mit einem Partner niedrigerer Stufe tanzen, sollten ebenfalls ihrer Tanzstil und ihre Verziehrungen einschränken, um ihren Partner nicht durcheinander zu bringen.

Der Tänzer soll vor allem seine Partnerin vorschlagen und nicht zwingen, den Schritt oder die Figur auszuführen und natürlich ein Klima der Sicherheit und Vertrauen einführen, indem er auf sie aufpasst.

2. Tauche so viel wie möglich in die Musik ein.

Dies heisst, dass man Gespräche während des Tanzes unterlässt. Wenn Sie reden wollen, lieber ruhig ausserhalb der Tanzfläche schwatzen.

3. Eine Milonga ist kein Kurs.

Die Leute kommen in Milonga, um zu tanzen. Es ist besonders unangenehm, seiner Partnerin "einen Kurs zu geben" (deren Qualität ist übrigens fragewürdig...).

4. Höflichkeit.

Ausser Ausnahmen (Unhöflichkeit, Respektlosigkeit, Brutalität) ist es inkorrekt, die tanda nicht in ihrer Gesamtheit zu tanzen. Am Ende der tanda sollte man die Tanzfläche verlassen und seine Partnerin zurückbegleiten, wenn man mit ihr nicht weiter tanzen wünscht.

5. Einen Tanz ablehnen.

Da eine Ablehnung oft beleidigend ist, lehnt man eine Einladung zum Tanzen ohne berechtigter Grund in der Regel nie ab. Ist die Person betrunken, unhöflich oder hatte sie unpassende Gesten bei einem vorigen Tanz, dies sind berechtigte Gründe. Man darf auch einen zusätzlichen Tanz ablehnen, um für andere Personen zur Verfügung zu bleiben. Ein anderer guter Grund ist, wenn man den nächsten Tanz einer anderen Person schon vorher zugesagt hat.

C. Entschuldigung

Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen, die man treffen kann und wie in jener Gruppenaktivität, kommt es manchmal zu einem Zwischenfall. Dies ist im Beonderen der Fall, wenn eine mehr oder weniger starke Kollision zwischen den Tänzern auftritt. Der Tänzer, der jemand gestossen hat, sollte sich entschuldigen. Es gibt zwei Möglichkeiten, dies zu tun:
Ohne den Tanz zu unterbrechen, kann er ein Handzeichen oder eine Geste machen, die zeigt, dass er sich entschuldigt.
Auf das Ende des Musikstückes warten und sich für die Störung entschuldigen.

D. Verhalten in Pausen

Abgesehen vom Tanz gibt es in einem Milonga einige Regeln, die während der Pausen zu beobachten sind, um die tanzenden Paaren zu respektieren.

  1. Man sollte die Tanzfläche nie durchqueren, wenn Tänzer sich darauf bewegen, auch wenn es heisst, einen grossen Umweg zu machen.

  2. Die Bewegungen an der Tanzfläche entlang :
    Wenn man sich der Tanzfläche entlang bewegt (z.B. um sitzen, in die Garderobe oder in die Bar zu gehen), soll man sich sicherstellen, dass man die anderen Tänzer nicht stört. Die Tänzer müssen sich nicht anhalten, um den Übergang einer nicht tanzende Person zu erleichtern. Wenn die Person nicht durchgehen kann, ohne die Tänzer zu stören, sollte sie bis Ende des Musikstückes oder bis der Cortina warten.

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Illustration einer Milonga, bei der die Regeln befolgt werden

Illustration einer Milonga, bei der die Regeln gebrochen werden

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Kein Respekt vor den Regeln und die Strecke wird uninteressant und ohne Harmonie.

Illustration einer Milonga, bei der die Regeln befolgt werden

Eine nicht tanzende isolierte Person geht durch die Tanzfläche und
stört alle Tänzer, die sie auf ihren Weg kreuzt.
Zum Beispiel: Eine Person verlässt die Bar, um mit einem Glas in der Hand zu ihrem Tisch zurückzukommen

Dieser Text stammt von blog Sascha Tango(Milonga Ophelia)

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